Physiotherapeutin Franzi berichtet wie sie während ihres Dualen Studiums mit Apex Social nach North Carolina, USA gegangen ist

“Ladies and gentlemen, welcome onboard Flight 4B7 with service from Raleigh/North Carolina to Berlin. We are currently third in line for take-off and are expected to be in the air in approximately seven minutes time. “ Sieben Minuten. Sieben Minuten bis das Flugzeug abheben soll. Nur noch sieben Minuten in dem Land, welches ich im September 2019 betrat und das in den vergangenen Monaten zu meiner zweiten Heimat geworden ist. Nur noch sieben Minuten bevor mein Abenteuer als Physiotherapeutin in den USA vorerst offiziell zu Ende gehen soll.

Es ist der 6. Januar 2021 und vor knapp 1 ½ Jahren habe ich meine Ausbildung abgeschlossen und bekam mein Abschlusszertifikat nach aufregenden drei Jahren in der Ersten Europäischen Schule für Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie in Kreischa bei Dresden überreicht. Ich bin Franzi und habe mich entschlossen nach dem Abitur den Beruf der Physiotherapeutin zu erlernen und parallel an der Hamburger Fernhochschule “Health Care Studies” zu studieren.

Schon seit dem Beginn meiner Ausbildung wusste ich, dass ich an einem Punkt in meinem Leben mir gerne noch einmal eine Auszeit nehmen und reisen möchte. Am besten natürlich bevor ich so richtig in das Arbeitsleben einsteige. Neue Länder erforschen, Kulturen entdecken, mich mit Menschen auf der ganzen Welt unterhalten und Ideen austauschen, hat mich nicht zuletzt seit meinem viermonatigen Schulaufenthalt in Frankreich im Alter von 16 Jahren fasziniert, sondern ist auch eins der wichtigen Dinge die meine Eltern, meinen Geschwistern und mir immer ans Herz gelegt haben. Doch erst wollte ich mich etwas absichern, einen Beruf erlernen, anzufangen zu studieren und die Suche nach einer Lösung für meine Wanderlust auf später verschieben.

Studium und globale interdisziplinäre Arbeitserfahrung kombinieren

Als ich dann durch meine Schule von Apex Social erfuhr, war mir von Beginn an klar: Das ist meine Chance. Meine Chance eines meiner größten Interessen mit meinem zukünftigen Beruf zu kombinieren. Meine Chance aus meiner Komfortzone herauszukommen und das Leben und die Denkweise auf der anderen Seite der Welt hautnah mitzuerleben. Dass ich dann noch mein berufsbegleitendes Studium in den USA weiterführen kann und es als Hauptpraktikum hier in Deutschland anerkannt wird, war dann noch die Kirsche auf der Torte. Schlussendlich war es meine Chance wichtige Erfahrung zu sammeln, die mich auf dem Arbeitsmarkt und auch mich als Person von anderen Menschen abhebt und besonders macht.

Wissen z.B. aus Büchern kann man sich immer und zu jeder Zeit aneignen, aber auch Lebenserfahrung und interkultureller Austausch sind so wichtig im Leben, besonders um sich persönlich weiterzuentwickeln. Das geht aber nur durch das hautnahe Erleben und Sammeln von eigenen Erfahrungen. Über meine Entscheidung, in meinem frisch erlernten Beruf zuerst in den USA durchzustarten anstelle in Deutschland, bekam ich nicht nur positive Reaktionen.
Doch nach 12 Monate in den USA mit Apex Social kann ich sagen, es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Meine Zeit hat mich als Menschen geprägt, ich konnte mich weiterentwickeln und es hat mir gezeigt, was im Leben wirklich wichtig ist, was ich wirklich möchte und vor allem wo ich hin will. Ich konnte meiner Gastfamilie und besonders meinem Special Needs Kind bei seiner Entwicklung unterstützen. Schlussendlich konnte ich Freunde und Verbindungen fürs Leben gewinnen und einige der wunderschönsten Plätze auf der Erde mit eigenen Augen sehen. Erfahrungen, die mir wirklich niemand mehr nehmen kann und die mein Mindset, meine Sicht auf das Leben verändert und meinen Horizont erweitert haben.

Wusstest du, dass Physiotherapie ein Doktorstudiengang in den USA ist und es zusätzlich den Beruf eines physiotherapeutischen Assistenten gibt?

In meiner Freizeit reiste ich nach New York, Chicago, zum Mount Rushmore, Philadelphia, Charleston, Savannah, Washington DC und schrieb meine Uniprüfungen am deutschen Honorarkonsulat in Charlotte. Ich lernte das Leben in einer Military Family kennen, verbesserte mein Englisch, verbrachte viele Stunden mit neuen Freunden am Strand und erkundete Nationalparks. Aber auch vor allem als Physiotherapeutin konnte ich mich weiterentwickeln, indem ich Volunteer Hours in der interdisziplinären pädiatrischen Praxis meines Special Needs Kindes absolvierte, aktiv an allen Therapieeinheiten mitwirken durfte und mich intensiv mit dem Krankheitsbild der Lissenzephalie und Zerebralparese auseinandersetzte, um einen guten Therapieplan für mein Special Needs Kind zu erstellen.

2020 hatte auch für mich viele Überraschungen parat und auch hat Covid viele meiner Pläne durchkreuzt. Doch dadurch sind auch so viele andere Chancen entstanden. Ein Lockdown am anderen Ende der Welt ermöglichte mir noch intensiver mit meinem Special Needs Kind an seiner Entwicklung zu arbeiten und meine Physioskills zu verbessern. Er ermöglichte mir meinem 3 jährigen Gastkind die Grundlage für Rechnen und Schreiben und auch den Umgang mit der Schere zu lehren, meinem neunjährigem Gastkind den Rücken zu stärken und ihm dabei zu unterstützen, selbstbewusster und selbstsicherer zu werden und ihm zu zeigen, wie viel Potenzial in ihm steckt, welches ihm bis dahin gar nicht bewusst war. Schlussendlich ermöglichte er mir zu erleben, wie mein jüngstes Gastkind das Krabbeln erlernte und die ersten eigenen Schritte auf mich zu gemacht hat.

Es ist dein Leben, fülle es mit deinen Wünschen und Träumen!

12 Monate gefüllt mit so viel Lebenserfahrung, personal growth, Spaß und so viele neue Chancen, Erfahrungen und Erlebnissen. Lass dir nicht vorschreiben, was der ideale Weg für dein Leben ist und wie deine Karriere auszusehen hat. Pack es selber an und setze deine Träume in Taten um und traue dich aus deiner Komfortzone heraus. Das Leben in Deutschland wartet auch weiterhin auf dich.

Ein letztes Mal schaue ich aus dem Fenster hinüber zur Besucherplattform. Viele Menschen, aus der Ferne so klein wie Punkte, warten darauf, dass das Flugzeug seinen Weg zur Rollbahn antritt und sich danach auf den langen Weg nach Europa macht. Sechs von diesen kleinen Punkten kenne ich ganz genau und darf sie stolz meine zweite Familie nennen. “Cabin Crew: Prepare for take-off”