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Berufserfahrung

Thomas betreut als Ergotherapeut ein Kind mit Autismus-Spektrum-Störung

Von Wien nach Colorado: Thomas ist PROaupair in den USA

08. April 2015 remove_red_eye 3.401 Views

Nur wenige Männer entscheiden sich dazu, als Kinderbetreuer in einer Gastfamilie in den USA oder Australien zu arbeiten. Thomas ist Ergotherapeut und lebt seit über einem Jahr in Colorado. Dort betreut er zwei Kinder. Eins davon hat die Diagnosen Autismus-Spektrum-Störung mit Asperger-Syndrom sowie sensorische Wahrnehmungsstörungen.

Tausche Bachelor gegen Boulder, Colorado

Thomas erfuhr über die Webseite von ErgoXchange (www.ergotherapie.de) über die Möglichkeit mit apex als Therapeut ins Ausland zu gehen. Nach seiner Ausbildung zum Ergotherapeuten (Bachelor of Science) entschied er sich schließlich für das Auslands- und Weiterbildungsprogramm von American Professional Exchange. Schon nach kurzer Zeit stand es fest: Es geht zu einer Gastfamilie nach Colorado.

Ich muss sagen Colorado war nicht meine erste Wahl. Ich wollte gerne in eine größere Stadt oder an die Westküste. Ich hatte vorher noch nie von Colorado gehört, deshalb konnte ich mir nicht viel darunter vorstellen. Ich lebte vorher in Wien und dachte mir, ein Jahr in einer ländlichen Umgebung zu verbringen, wäre ein guter Ausgleich zum hektischen Stadtleben.

Rocky Mountain National Park

Rocky Mountain National Park

Aus einem Jahr werden fast zwei

In Boulder kümmert sich Thomas um die Betreuung von zwei Jungen. Brandon ist mittlerweile 9 Jahre alt und Ben 13 Jahre. Ben hat verschiedene Diagnosen, unter anderem eine Autismus-Spektrum-Störung mit Asperger-Syndrom sowie sensorische Wahrnehmungsstörungen.
„Es war nie schwierig für mich, mit Ben zu arbeiten. Für ihn dauerte es, glaube ich, über 5 Monate, bis er Vertrauen zu mir aufgebaut hatte. Nach diesen Monaten war es einfach, mit Ben zu arbeiten. Nach einiger Zeit war es ihm sogar möglich, mich um Hilfe zu bitten, wenn er Schwierigkeiten hatte. Vorher tat er das nie.“

Und so kam es, dass Thomas seinen Auslandaufenthalt um weitere neun Monate verlängerte und noch bis August 2015 in Colorado bleibt.

„Ich bin mittlerweile ein Jahr und sechs Monate hier. Am Anfang war es schwierig für mich, wieder mit einer Familie unter einem Dach zu leben, da ich eigentlich schon einige Jahre alleine lebte. Mit meiner Gastfamilie komme ich sehr gut zurecht.“

Kinderbetreuung und Volunteering in Colorado

In Thomas seinem ersten Jahr war Ben zwei Tage die Woche zu Hause.
„An diesen ‚Homeschool‘-Tagen machten wir gemeinsam kleine Projekte, Ausflüge und ein wenig Schularbeit.“

Hanging Lake (Glenwoodsprings)

Hanging Lake (Glenwoodsprings)

Die anderen drei Tage ging Ben in die Schule. Das jüngere Gastkind Brandon ging an allen fünf Tagen in der Woche zur Schule. Dieses Schuljahr gehen beide Gastjungen an allen Tagen in die Schule.
„Jetzt habe ich auch etwas mehr Freizeit. Generell helfe ich morgens mit Frühstück und richte Lunch an. Dann bringe ich die Jungs in die Schule und hole sie später wieder ab. Wenn am Nachmittag keine Termine sind, machen wir verschiedene Freizeitaktivitäten, wie z.B. Fußball spielen, Brettspiele, schwimmen gehen oder klettern, etc. Meist koche ich Abendessen und nach dem Abendessen endet mein Arbeitstag.“

Freitags arbeitet Thomas nur am Morgen und danach fährt er regelmäßig nach Denver, wo er zusätzlich einen Freiwilligendienst im STAR center (Sensory Therapy and Research) leistet.
„Ich arbeite mit Ergotherapeuten zusammen, die auf die Therapie von Kindern mit einer sensorischen Wahrnehmungsstörung spezialisiert sind.“

Thomas verbringt eine atemberaubende Zeit in Colorado, die er nie vergessen wird. Wir sind froh, dass wir ihm diese Zeit ermöglichen konnten und danken Thomas für das Interview.

Maroon Bells - view morning sunsrise

Maroon Bells - view morning sunsrise

Abschließend haben wir noch drei Fragen an Thomas:

1. Was magst du an deinem Job besonders?
„Das Lächeln an Ben und Brans Gesichtern als Gegenleistung, wenn wir Spaß hatten.“

2. Was wirst du an Amerika am meisten vermissen, wenn du wieder nach Österreich zurückkommst?
„Ich denke neben meiner Gastfamilie werde ich meine Freunde vermissen, die ich während meiner Zeit als PROaupair kennengelernt habe. Und ganz sicher das Leben nahe den Bergen.“

3. Wie siehst du deine Jobchancen in Österreich?
„Ich denke, ich habe ganz gute Chancen, da es nicht so viele Männer gibt, die als Ergotherapeuten mit Kindern arbeiten wollen. Neben meiner Tätigkeit als PROaupair hatte ich die Gelegenheit, mich als Ergotherapeut fortzubilden. Das STAR Center wo ich Freiwilligendienst leiste, ist weltweit bekannt. Das wird mir sicher bei der Arbeitssuche helfen.“

Übrigens: Thomas ist begeisterter Sportler. Colorado eignet sich dafür hervorragend. Hier ist sein Videobeitrag. Danke Thomas!

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