Berufserfahrung

Theresa betreut als Heilerziehungspflegerin in Kalifornien ein Mädchen mit Epilepsie

Ein Jahr unter der Kalifornischen Sonne

Von Gastautor Theresa Heffler − 21. August 2015 remove_red_eye 3.348 Views

Hallo, ich heiße Theresa Heffler, bin 22 Jahre alt und komme aus dem schönen Dorf Alstätte. Ich bin gelernte Heilerziehungspflegerin und lebe seit nun mehr als 11 Monaten als „Professional Au-pair“ in Kalifornien.

Sicherlich kennen die meisten den Begriff Au-pair. Ein Au-pair ist jemand, der ins Ausland reist, um dort 6 Monate bis 2 Jahre in einer Gastfamilie zu leben. In dieser Gastfamilie ist das Au-pair für die Betreuung der Kinder zuständig. Es bekommt für diese Arbeit ein vorab vereinbartes monatliches Gehalt sowie Kost und Logis frei. Außerdem sind, wie bei allen anderen Jobs, Urlaubstage und Wochenarbeitsstunden festgesetzt. Der Auslandaufenthalt als Au-pair bietet somit die einmalige Gelegenheit, ein Land sehr preisgünstig zu bereisen und viele neue Leute und Orte kennen zu lernen.

Theresa Heffler

Theresa Heffler

Vor allem viele junge Mädchen ergreifen nach dem Abitur oder Schulabschluss die Chance und reisen für ein Jahr beispielsweise nach Australien oder Amerika, um dort als Au-pair zu leben. Ein noch sehr unbekanntes Konzept ist das des Professional Au-pairs wie es die Agentur apex social aus Dresden anbietet. Professional Au-pairs haben bereits eine abgeschlossene Ausbildung im sozialen Bereich und kennen sich mit der Betreuung von Neugeborenen, Kindern mit besonderem Förderbedarf oder auch der gleichzeitigen Betreuung von mehr als einem Kind bestens aus.

Egal ob Professional Au-pair oder traditionelles Au-pair, Au-pair sein liegt im Trend. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Markt für Au-pair-Agenturen boomt. Diese können einem bei jeglichen Fragen zum Programm als auch den benötigten Ausreisedokumenten sowie bei Problemen helfen. Jedoch sollte man sich über die Agenturen genauestens informieren und Rezensionen anderer Au-pairs über verschiedene Agenturen durchlesen.

Man sollte sich bewusst sein, dass das Leben im Ausland zwar sehr oft sehr aufregend ist und Spaß macht, es aber auch heißt, auf sich alleine gestellt zu sein – mit tausenden von Kilometern zwischen sich, der Familie, Freunden und allem, was man sein Zuhause nennt. Da ist es wichtig einen starken Charakter und Offenheit gegenüber Neuem und Unbekanntem zu haben. Vor allem sollte sich aber jeder im Klaren darüber sein, dass man bei seinem Arbeitgeber wohnt und das bedeutet, gute Manieren und Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen.

Von einer Heilerziehungspflegerin zum Professional Au-pair

San Francisco mit Freunden

San Francisco mit Freunden

Auch mich hat – wie so viele junge Leute – das Abenteuer gerufen. Ich habe im August 2014 meine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin erfolgreich beendet und bin bereits eine Woche später in Richtung Hollywood geflogen. Meine Ausbildung habe ich im „Haus Früchting“ in Ellewick absolviert. Zunächst in einer Außenwohngruppe in Alstätte, dann auf einer Wohngruppe in Ellewick und in meinem letzten Jahr war ich in der „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ des Haus Früchting tätig.

Bereits im zweiten Jahr meiner Ausbildung habe ich den Entschluss gefasst, nicht direkt in den beruflichen Alltag einzutauchen, sondern erst einmal etwas Neues zu wagen. Jedoch war es mir sehr wichtig, dabei meine beruflichen Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.

Schlussendlich habe ich mich für die Professional Au-pair Agentur apex social entschieden. Diese Agentur vermittelt ausgebildete soziale Fachkräfte aus dem erzieherischen, therapeutischen und medizinischen Bereich an Gastfamilien in den USA und Australien.

Kurz zu dieser Agentur: Das Team von apex social ist sowohl kompetent als auch hilfsbereit und daran interessiert, das Beste aus dem Jahr des angehenden Professional Au-pair herauszuholen. Ich würde diese Agentur jedem weiter empfehlen, der ein Jahr nach seiner Ausbildung als Professional Au-pair in Erwägung zieht.

Die Betreuung eines Mädchens mit besonderem Förderbedarf

Ich lebe hier mit meiner Gastfamilie direkt an der Westküste Kaliforniens; genauer gesagt, in einer kleinen Stadt namens „San Clemente“ Orange County. San Clemente liegt etwa jeweils eine Stunde zwischen Los Angeles und San Diego. In meiner Gastfamilie betreue ich ein 17-jähriges Mädchen mit Epilepsie und geistiger Behinderung. Außer der Freizeitgestaltung gehört auch Unterstützung in der Pflege und in alltäglichen Situationen zu meinen Aufgaben. Dies schließt beispielsweise Einkäufe im Supermarkt, gemeinsames Kochen, Aufräumen des Zimmers und das Lösen von Konflikten ein. Als Professional Au-pair wird mir ermöglicht, mich in einem viel intensiveren Rahmen mit der zu betreuenden Person auseinander zu setzen.

Ich habe sehr viel Spaß daran, meiner Gasttochter auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit zur Seite zur stehen und ihr hin und wieder eine neue Richtung vorzugeben. Zudem helfe ich ehrenamtlich in einem Reittherapiezentrum für Menschen mit Behinderung aus. Ich liebe meine Arbeit dort. Zum einen bin ich in der Lage meinem Hobby dem Reitsport wieder etwas nachzugehen und zum anderen lerne ich, wie Reittherapie erfolgreich durchgeführt wird. Es ist unglaublich, welche Fortschritte Menschen mithilfe von diesen Vierbeinern machen können. Mittlerweile habe ich den Entschluss gefasst, nach meiner Rückkehr eine Fortbildung zur Tiertherapeutin zu machen.

Arbeiten und Leben in Orange County

Orange County zählt zu den reichsten Gegenden in ganz Amerika. Die Lebensweise der Amerikaner in diesem Bezirk unterscheidet sich in vielen Hinsichten von denen im Rest des Landes. Teure Autos, riesige Villen mit Meerblick, unendlich viele Fitnessstudios sowie Schönheitschirurgen machen hier ihr Millionengeschäft. Wie man sieht, spielt Geld und Aussehen eine sehr große Rolle im Leben der Menschen hier. Ich kann nicht leugnen, dass ich hier zunächst einen mittelschweren Kulturschock hatte. Ich, ein Mädchen aus einem kleinen Dorf in Deutschland soll mit diesen doch sehr materiell eingestellten Menschen für ein Jahr lang leben? Jedoch wurde mir schnell bewusst, dass die Menschen hier nicht so sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Die meisten Kalifornier sind sehr nett und hilfsbereit.

Meine Freizeitgestaltung hat sich im Vergleich zu der in Deutschland um 180 Grad gedreht. Anstatt meine Zeit im Pferdestall und auf Turnierplätzen zu verbringen, treffe ich mich fast täglich mit meinen Freunden bei Starbucks, zum Dinner oder am Strand zum Surfen und Sonnen. Die Freunde, die ich hier dazu gewonnen habe, sind einfach nur toll und das ist wichtig hier, denn der Freundeskreis in den USA ersetzt in gewissem Maße auch die Familie und ein komplettes soziales Umfeld. Bei ihnen kannst du du selbst sein. Wir unterstützen und gegenseitig und tauschen Ratschläge über die Arbeit als Professional Au-pair aus.

Ich kann sagen, dass ich wirklich glücklich bin, solche tolle Menschen hier zur Seite stehen zu haben. Da ich je nur eine Stunde von den beiden Großstädten Los Angeles und San Diego entfernt lebe, unternehmen wir gemeinsam Kurztrips dorthin, um die Städte zu erkunden oder um das Nachtleben zu genießen. Mit Bergen im Rücken und dem Pazifik vor den Augen, bietet Kalifornien alleine von der Landschaft unglaublich viel Abwechslung. Bei meinen Reisen habe ich unter anderem in einem Nationalpark unter einem atemberaubenden Sternenhimmel geschlafen, den Grand Canyon gesehen und natürlich bin ich durch Las Vegas gelaufen.

Doch mein Lieblingsort ist und bleibt wohl der Strand in Kalifornien. Vor allem in der Küstengegend von Orange County werden fast täglich Delfine, Wale und hin und wieder auch Orca-Wale gesichtet. Die Sonnenuntergänge hier zählen zu den Schönsten weltweit. Es ist einfach ein toller Ort, um zu leben und zu arbeiten.

Ich hatte die Möglichkeit für ein Jahr lang das „California life“ zu leben, bin an vielen Situationen gewachsen und um einige Erfahrungen und Eindrücke reicher. Ich habe meine Entscheidung keine Sekunde bereut und würde es Jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, in die USA zu reisen. Ob nun, um einfach nur Urlaub oder einen Roadtrip zu machen oder um als Professional Au-pair zu arbeiten.

Meine Zeit in Kalifornien ist nun bald zu Ende und ich werde sicherlich einiges vermissen, aber ich freue mich auch schon darauf, meine Familie und Freunde wieder zu sehen und ihnen von all meinen Abenteuern zu erzählen.


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