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Berufserfahrung

Sabine: Die Logopädin für einen Jungen mit Entwicklungsstörung

Sabine Meyer ging als Logopädin nach Alexandria, Virginia

Von Gastautor Sabine Meyer − 18. September 2014 remove_red_eye 2.873 Views
Sabine Meyer betreute in Alexandria, Virginia, einen Jungen mit Entwicklungsstörung. Ihre berufliche Ausbildung als Logopädin kam ihr bei der Betreuung des damals Sechsjährigen zugute.

Sabine Meyer aus Wismar träumte schon immer davon einmal eine Zeit lang in den USA zu leben. Aber einen längerfristigen Aufenthalt zu planen, der dann auch noch berufsbezogen sein soll, stellte sich als schwierig heraus.

Dann stieß Sabine im Internet auf die Organisation apex. American Professional Exchange vermittelt seit Jahren erfolgreich Therapeuten für Auslandsaufenthalte in den USA oder in Australien und das Ganze sogar bezahlt. Sabines Entscheidung stand fest. America here I come!

Aus Wismar wird Virginia

Mit einem Jahr Berufserfahrung in einem Therapiezentrum in der Tasche war es endlich so weit. Sabines Flieger landet in Washington D.C. Am Ausgang des Flughafens wartete auch schon ihre Gastfamilie, die sie herzlich mit Umarmungen begrüßte. Alle waren aufgeregt und freuten sich, nach all den Videotelefonaten sich endlich persönlich kennen zu lernen.

Auf zum neuen Zuhause! Im Auto ging die Fahrt nach Alexandria, Virginia, einem Vorort von Washington D.C. Die Familie hatte zwei Kinder Asher, sechs Jahre alt und Naomi, vier Jahre. Zuhause angekommen, nahmen die Kinder Sabine sofort bei der Hand und führten sie durch das Haus. Naomi erfreut sich bester Gesundheit, aber Asher ihr sechs Jahre alter Bruder leidet an einer Entwicklungsstörung mit einer schweren verbalen Entwicklungsdyspraxie.

Die erste Woche diente als Orientierungswoche und Sabine begleitete die Mutter durch den Alltag. So konnte sie den Tagesablauf kennenlernen und wurde den Lehrern und Therapeuten vorgestellt.

Von Profis lernen und neue Therapieansätz eigenständig umsetzen

Asher besuchte einen Regelkindergarten, bei dem auch eine Ergotherapeutin und eine Logopädin arbeiteten, welche den Jungen jeden Tag zur Einzelförderung aus der Gruppe holten. Einmal in der Woche traf Sabine sich mit den Therapeuten im Kindergarten zur Hospitation. Dort holte sie sich wichtige Tipps von der Ergotherapeutin für den Umgang mit Asher, der große Probleme mit dem Gleichgewicht hatte.

Sabines Hauptaufgabe bestand in der eigenständigen Nachmittagsbetreuung der beiden Kinder. Um 14 Uhr holte sie diese vom Kindergarten ab. Neben der regulären Freizeitgestaltung versuchte sie, ihre logopädische Arbeit in den Alltag zu integrieren. Da USA bekanntlichzu den technologischen Vorreitern auch in Therapieansätzen gehört, besaß Asher ein ipad mit spezieller Kommunikationssoftware inkl. Sprachausgabe, die man individuell an die persönlichen Interessen des Kindes anpassen kann.

Meine Aufgabe bestand darin, mein Asher im Umgang mit dieser Software vertraut zu machen und zu mehr Kommunikation zu motivieren. Egal wo wir waren, das ipad hatten wir stets dabei. So versuchte ich jede Situation mit dieser Kommunikationshilfe zu unterstützen. Im Laufe der Zeit war Asher sogar in der Lage, einige kurze Sätze zu bilden.

An einem Nachmittag in der Woche besuchte eine Logopädin die Familie im Rahmen eines Hausbesuches. Im Gegensatz zur Logopädin im Kindergarten, behandelte sie die oroafziale Dyspraxie und versuchte einige Laute anzubahnen.

Da Asher sehr hypoton war, hatte er Probleme beim Abbeißen und Kauen. Sie integrierte mich in die Therapiesitzungen und so durfte ich als Co-Therapeut einige Sequenzen eigenständig durchführen. Ich bin sehr stolz, dass sich mein host child so toll entwickelt hat, und dass auch die Therapeuten und Eltern meinen Einsatz sehr geschätzt haben.

Freizeitgestaltung auf amerikanisch – Roadtrip durch Kalifornien

Nachdem alle gemeinsam gefrühstückt hatten und die Kinder zum Kindergarten gebracht wurden, hatte Sabine jeden Vormittag frei. Dadurch hatte sie genügend Zeit sich mit Freunden zu treffen, Washington D.C. zu erkunden und durch die zahlreichen Malls zu bummeln.

Auch an den Wochenenden hatte Sabine meistens frei und unternahm mehrtägige Ausflüge.

Boston, New York, New Orleans oder die Niagara Fälle sind nur einige der Orte, die ich besuchte. Einfach unbeschreiblich schöne Eindrücke, an die ich mich für immer erinnern werde.

Da das Visum im apex social-Programm für 13 Monate ausgestellt wird, blieb am Ende sogar noch ein ganzer Monat zum Reisen übrig für einen Roadtrip durch Kalifornien. Los ging es in San Francisco, über Los Angeles nach San Diego bis hin nach Las Vegas und dem Grand Canyon.

Sabines Fazit

Die Erfahrung als Logopädin im Professional Special Needs Au Pair Programm hat mich persönlich und beruflich sehr bereichert. Ich habe viele neue Freunde gefunden und mit meiner Familie und meinen Host Kids bin ich noch immer verbunden."
Und mein Englisch? Das ist jetzt natürlich perfekt!

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