Berufserfahrung

Ein Rückblick einer Ergotherapeutin

Steffi blickt nach einem Jahr zuhause zurück auf ihr besonderes Jahr in den USA!

Von Gastautor Stefanie Schieweck − 27. Oktober 2017 remove_red_eye 1.049 Views

Steffi (24) ist Ergotherapeutin, hat ein Jahr in Northern Virginia nahe Washington D.C. gelebt und ist einer unserer Helden der Woche! Sie beantwortet uns hier als Gastautorin ein paar Fragen bezüglich ihres 'special' Jahres in den USA!

Wer genau bist du denn jetzt nochmal? 😉

Hey, ich bin Steffi, 24 Jahre jung und wohne im schönen Bayreuth. Ich bin Ergotherapeutin und war ein Jahr mit Apex Social in Virginia, Amerika. Jetzt bin ich seit knapp einem Jahr wieder zurück in Deutschland und arbeite dort seit Januar 2017 in einer Praxis für Logopädie und Ergotherapie und in einer Frühförderung, die ebenfalls zur Praxis gehört.

Wo hast du deine Zeit im Ausland den verbracht?

Ich war im schönen Leesburg in Northern Virginia und hatte von dort mit der Metro etwa 50 Minuten zum Zentrum von Washington DC. Den internationalen Flughafen hatte ich quasi direkt vor der Haustür, was sehr zu Gunsten meiner vielen Wochenendausflügen war. Außerdem liegen in der Umgebung zahlreiche andere interessante Orte die man gut mit dem Auto oder der Metro erreichen konnte.

Wie ist deine Beziehung zu deiner Gastfamilie? Vor allem jetzt wo du wieder zuhause bist? 

Die Beziehung zu meiner Gastfamilie ist nach wie vor sehr gut! Sie geben mir nach einem Jahr Abwesenheit immer noch das Gefühl, ein Teil der Familie zu sein, was ich wahnsinnig schätze! Ich habe mich sogar mit den Gasteltern, Großeltern und Bruder meiner Gastmutter in Rom getroffen und dort 4 Tage mit ihnen verbracht. Die Kinder waren leider nicht dabei, aber die werde ich noch dieses Jahr im November sehen, denn ich plane einen Überraschungsbesuch :) aber pssst… nix verraten!

Wie sah ein typischer Tag als ProAupair für dich aus?

Meine gesamte Aufmerksamkeit durfte ich in meinem Jahr Zach und Alex schenken, die bei meiner Ankunft noch 4 und 5 Jahre waren. Alex wurde mit dem Down Syndrom geboren und benötigte daher ein bisschen mehr Unterstützung im Alltag. Typischerweise musste ich um 6:30 Uhr aufstehen und Alex wecken, um ihm seine Medikamente zu geben. Bis 7:40 Uhr musste auch Zach aus den Federn dann geschmissen werden und anschließend habe ich beide Jungs fertig gemacht für die Schule. Das beinhaltet unter anderem Frühstück vorbereiten, Lunchpakete packen und sie beim anziehen betreuen. Ab und an kam es vor, dass ich Zach in die Schule fahren musste, meistens haben das aber immer die Gasteltern gemacht.

Im Anschluss startet dann meine Freizeit! Da bin ich entweder wieder für ein kleines Nap zurück ins Bett gegangen, war im Fitnessstudio oder habe meine NETFLIX-Sucht gestillt 😀

Um 14:45 Uhr habe ich dann meistens Zach von der Schule geholt und mit ihm dann zusammen auf Alex gewartet, der mit dem Bus gebracht wurde. Dann hieß es erstmal Quiettime für die Jungs und anschließend wurde die Zeit bis zum Abendessen zum gemeinsamen Spielen oder für Playdates genutzt. Andere Aktivitäten der Jungs beinhalteten zum Beispiel Therapie für Alex oder Tae Kwon Do für Zach.

Um 17 Uhr habe ich dann immer Essen für die Jungs zubereitet und jeden zweiten Abend war Zeit für die Badewanne. Meine Arbeitszeit endete meistens sobald die Kids um 20 Uhr im Bett waren, manchmal auch schon eher oder auch mal später. Wir hatten einen strickten Wochenplan und meine Gasteltern haben sehr darauf geachtet, dass ich nicht mehr als 45 Stunden in der Woche und max. 10 Stunden am Tag arbeite.

Was hat dich besonders geprägt während deines Auslandsaufenthalts?

Das ist wohl eine der schwierigsten Fragen, denn es gab so viele verschiedene Höhen und Tiefen in diesem Jahr die es geprägt haben und an denen man persönlich gewachsen ist. Tiefen wie die Trennung von meinem Freund, das traurige Versterben der amerikanischen Gast-Großmutter (die mit im Haus gelebt hatte) oder das Verabschieden von anderen Au Pairs, für die das Jahr dann schon endete. Allerdings gab es auch so viele tolle Höhen in meinem Jahr wie zum Beispiel: das erste Tattoo, ein Fallschirmsprung, definitiv auch das viele Reisen und das Kennenlernen einer fremden Sprache und Kultur.

Meine beruflichen Herausforderungen haben mich dort allerdings auch sehr geprägt. So war am Anfang die Verantwortung für noch 'fremde' Kinder zu übernehmen erst einmal noch etwas Angst einflössend. Aber diese wurde dann durch die Nähe zu meiner Gastfamilie, die mich wirklich immer bei allem teilhaben ließen, schnell ausgelöscht. Ich habe die vielen Feiertage immer mit Ihnen gemeinsam genießen können und Weihnachten, Thanks Giving und 4th of July auf die amerikanische Art kennenlernen dürfen! Außerdem habe ich das selbstständige Arbeiten mit und für meine Gastfamilie sehr genossen und es hat mich nochmal um einiges persönlich wie auch beruflich nach vorn gebracht.

All diese Höhen und Tiefen haben den Aufenthalt in Amerika wirklich zu etwas Besonderem gemacht!

 

Hast du Orte bereist die dir besonders gut gefallen haben/die einzigartig waren?

Ich hatte das große Glück, dass ich mit meiner Gastfamilie in den Urlaub fliegen durfte. Aufgrund der Geschehnisse mit der Großmutter meiner Gastfamilie, hatten alle eine Auszeit bitter nötig und deshalb ging es ab in die Karibik! Punta Cana in der Dominikanischen Republik war das Ziel unserer Reise. Definitiv ein einzigartiges Erlebnis und ein wahnsinnig schöner Ort; wie im Bilderbuch!

Aber auch in Amerika bin ich ziemlich gut rumgekommen. Sehr gut in Erinnerung bleiben mir die Tage in New Orleans mit der Pat O’Brians Pianobar oder die Bootsfahrt auf dem Mississippi mit den Alligatoren. Auch New York City zählt definitiv zu meinen Favoriten, sowie Chicago, wo ich den 4. Juli verbracht habe.

Nicht zu vergessen war der Reisemonat, den ich zusammen mit meiner besten Freundin aus Deutschland an der Westküste verbracht habe. Der Wechsel der Natur innerhalb eines Landes ist echt faszinierend! Eben noch 400 Meilen nur geradeaus durch die Wüste Nevadas gefahren, dann schon durch Alleen von Palmen in Los Angeles gedüst oder entlang der Küste nach San Fransisco.

Wenn ihr noch mehr von meinen Erfahrungen in der USA wissen wollt, könnt ihr auch gerne auf meinem Blog vorbeischauen. Dort habe ich fast wöchentlich einen Eintrag geschrieben über meine Erlebnisse mit vielen Fotos.

Den Link findet ihr hier: https://steffinnie.tumblr.com


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