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Berufserfahrung

Meine Auslandserfahrung in den USA und in Australien

Kathrins Erlebnisse als PROaupair in den USA und Australien

Von Gastautor Kathrin Ehrhardt − 18. September 2014 remove_red_eye 4.522 Views

Kathrin arbeitete nicht nur in den USA, sondern auch in Australien als PROaupair. Von ihren gesamten Erfahrungen berichtet sie uns in ihrem Beitrag.

04. Juli 2011, 5:00 Uhr morgens in Frankfurt und das Abenteuer beginnt…völlig aufgeregt am Flughafen angekommen, die lieben Freunde und Verwandten verabschiedet und nun heißt es warten auf das Flugzeug, das mich quer über den atlantischen Ozean in die USA bringen soll. Mir schießen Fragen durch den Kopf wie: „Habe ich auch wirklich an alles gedacht?“, „War das wirklich die richtige Entscheidung?“, „Was, wenn die Gastfamilie nicht die richtige ist?“ und „Was erwartet mich überhaupt auf der anderen Seite der Welt?“.

Ich bin Kathrin, 28 Jahre alt, komme aus Göttingen und bin gelernte Ergotherapeutin. Ich habe meine Ausbildung 2008 erfolgreich abgeschlossen und danach unbefristet in einem psychiatrischen Krankenhaus gearbeitet.

Als ich mich für einen Auslandsaufenthalt mit APEX PROaupair entschieden habe wusste ich noch nicht, dass dies eine der besten Entscheidungen meines Lebens werden sollte! Klar habe auch ich mir jede Menge Sorgen gemacht und hin und her überlegt, ob ich für sowas überhaupt die Richtige bin. Schließlich ist es auch mehr als natürlich, eine gewisse Angst vor so einem großen Schritt zu haben. Aber mit der richtigen Betreuung durch Jemanden, der diese Erfahrung selbst einmal gemacht hat, werden einem diese Ängste und Bedenken sehr schnell genommen.

Von Anfang an wurde ich von den persönlichen Au-pair Coaches von APEX unterstützt und beraten, sei es während des Bewerbungs- und Organisationsprozesses oder nach meiner Einreise in die USA. Sie haben mir das Gefühl gegeben, gut aufgehoben und nicht einfach nur ein weiteres Au-pair auf ihrer Liste zu sein! Nachdem der Bewerbungsprozess abgeschlossen war, ich eine passende Gastfamilie gefunden hatte und alle Organisatorischen Dinge, wie Visum, Krankenversicherung und Untervermietung meiner Wohnung in Deutschland geregelt waren, ging es auch schon los.

At the Golden Gate Bridge in San Francisco!

At the Golden Gate Bridge in San Francisco!

Angekommen in den USA bin ich zuerst für zwei Monate bei einer Gastfamilie in Berkeley, Kalifornien gewesen das liegt gleich neben San Francisco . Leider hat sich innerhalb dieser Zeit sehr schnell herausgestellt, dass ich mich dort nicht sehr wohl gefühlt habe, weswegen ich mich nach vielen Gesprächen mit den AuPair Coaches und dem Area Director vor Ort dafür entschieden habe, die Gastfamilie zu wechseln und ins sog. „rematch“ zu gehen. Meine schlimmste Befürchtung vom Anfang ist in meinem Fall also wahr geworden und die Gastfamilie, mit der ich gematched wurde, war einfach nicht die richtige für mich. Kurzzeitig hatte ich Angst, ich müsste an dieser Stelle meinen Auslandsaufenthalt nach kurzer Zeit schon wieder abbrechen und zurück nach Deutschland fliegen. Zum Glück hatte ich mich ja aber dafür entschieden mit APEX PROaupair  in die USA zu gehen, denn sie haben mich auch in dieser Zeit wieder super unterstützt.

Es ist wichtig zu wissen, dass sowas eben in ganz seltenen Fällen passieren kann. Genauso wichtig ist es aber auch zu wissen, dass die AuPair Coaches von APEX zu 100% hinter dir stehen, dich mit deinen Problemen nicht alleine lassen und alles tun, um dich in kurzer Zeit mit einer neuen Gastfamilie zusammen zu bringen. In meinem Fall hat das dann auch super geklappt und ich bin nach Palo Alto, Kalifornien zu meiner neuen Gastfamilie gezogen, bei der ich mich pudelwohl gefühlt habe und dann auch bis zum Ende meines Auslandsaufenthaltes geblieben bin. Rückblickend bin ich sogar froh über die negative Erfahrung bei meiner ersten Gastfamilie, denn sie hatte für mich viele positive Seiten. Ich konnte meine Zeit in der neuen Gastfamilie dadurch sehr wertschätzen und meine restlichen 10 Monate viel mehr genießen.

Auch jetzt noch besuche ich meine Familie noch regelmäßig, hier ein paar Bilder von meinem letzten Besuch:

Ich habe viele nette „Locals“ kennengelernt, mich immer wieder mit anderen AuPairs getroffen und habe meine Freizeit (die freien Wochenenden und die 2 Wochen bezahlten Urlaub) genutzt, um Kalifornien von oben bis unten zu entdecken. Mit meiner Gastfamilie war ich Skifahren am Lake Tahoe, mit meinen neu gewonnenen Freunden war ich in San Francisco zu shoppen und ausgehen, in Napa- und Sonoma Valley zum „Wine Tasting“, am North American River zum „White Water Rafting“, wandern im Yosemite National Park, Surfen und Windsurfen in der „Bay Area“ und in vielen weiteren Orten/Städten.

Cookie-Exchange

Cookie-Exchange

APEX organisiert zu Weihnachten einen „Cookie Exchange“, bei dem sich alle ihre AuPairs mit selbstgebackenen Keksen in San Clemente (südlich bei Los Angeles) treffen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, zu surfen und einfach gemeinsam ein schönes Wochenende zu verbringen. Dort haben wir uns L.A. und Hollywood angeguckt, sind über den bekannten „Walk of Fame“ geschlendert und haben mit dem „Hollywood Sign“ für Fotos für Weihnachtskarten nach Deutschland posiert.

Ich habe während meiner Zeit in den USA Besuch von meiner Mama und meiner Cousine gekriegt, bin mit ihnen nach Las Vegas geflogen und habe ihnen mein Leben in Kalifornien zeigen können.

Las Vegas Baby...

Las Vegas Baby...

In meinen Urlaubswochen war ich mit zwei befreundetet AuPairs auf Hawai’i und habe mir damit einen langersehnten Traum erfüllt! Dort habe ich Wale beim „Whale Watching“ beobachtet, bin in versteckten Lagunen geschwommen, durch einen Vulkankrater gelaufen und mitten im Regenwald übernachtet. Und um das Ganze noch zu toppen, habe ich mich mutig bei 14,500ft mit einem Tandemfallschirmsprung aus einem Flugzeug gestürzt und bin mit Delfinen geschwommen!

Hawaii Flughafen mit Palmen

Hawaii Flughafen mit Palmen

Ich habe viele interessante Menschen auf meinen Reisen kennengelernt, von denen einige wirklich gute Freunde geworden sind, mit denen ich noch immer in Kontakt bin. Mein Englisch ist nun nahezu perfekt und ich habe Freunde auf der ganzen Welt, die ich besuchen kann, wenn ich will. In den USA hatte ich zusätzlich die Möglichkeit ein College/eine Universität meiner Wahl zu besuchen, um mich weiterzubilden. Dazu hat man 500$ Förderung zur Verfügung und es ist nochmal eine super Möglichkeit einen Einblick in das Bildungssystem vor Ort zu bekommen, weitere Leute kennenzulernen und z.B. auch berufsspezifische Kurse zu belegen. Ich hatte mich dazu entschieden, einen Spanischkurs an einem nahegelegenen „Community College“ (Foothill College, Los Altos) zu belegen und war total glücklich mit meiner Wahl. Letztendlich ist es also jedem selbst überlassen, welche Kurse man wo belegen möchte.

Hawaii - Einfach unglaublich.

Hawaii - Einfach unglaublich.

Ich im Tandem Sprung ueber Hawaii

Ich im Tandem Sprung ueber Hawaii

Die Zeit im Ausland ist aber nicht nur perfekt, um neue Leute/Kulturen kennenzulernen, einige der schönsten Orte der Welt zu bereisen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Wenn man seine Zeit als soziale Fachkraft in Familien mit beeinträchtigten Kindern („special needs kids“) verbringt und somit weiterhin in seinem Beruf tätig ist, hat man eine unglaubliche Chance sich außerdem auch beruflich weiterzuentwickeln. Eine meiner Aufgaben war es, die Kinder zu ihren Therapien zu begleiten, mich mit den Fachkräften vor Ort auszutauschen (Ergotherapeuten, Logopäden, u.v.m.) und dann zu Hause die Therapieinhalte mit den Kindern weiter umzusetzen, auszubauen und zu beüben. Ich habe intensive Einblicke in die Arbeitsweisen der Therapeuten im Ausland bekommen und insbesondere viele neuen Erfahrungen innerhalb der frühkindlichen Förderung und verhaltenstherapeutischen Intervention gesammelt, die ich nun wieder zurück in Deutschland in meinem jetzigen Job mit einfließen lassen kann.

Wenn man wie ich, vor seiner Ausreise ins Ausland einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat und sich unsicher ist, ob die Auslandserfahrung es wert ist den sicheren Job zu kündigen, kann ich hier und jetzt nur sagen: Definitiv! Durch meine Arbeit als Professional AuPair habe ich viel mehr Arbeitsbereiche, in denen ich nun umfassende theoretische und praktische Erfahrungen vorweisen kann, so dass ich nicht lange nach einer neuen Stelle suchen musste, nachdem ich wieder in Deutschland war. Potentielle Arbeitgeber sehen eine Auslandserfahrung (die in diesem Fall ja auch noch berufsspezifisch war) als durchweg positiv, denn dadurch wird vermittelt, dass man bereit ist sich weiterzuentwickeln, offen für Neues ist und über ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und –organisation verfügt. Ich profitiere durchweg von meiner Zeit als APEX Professional AuPair und empfinde meine Auslandserfahrung als soziale Fachkraft als „Türöffner“ für meine weitere berufliche Zukunft.

Gegen Ende meines ersten Jahres in Kalifornien habe ich mich dazu entschieden meinen Vertrag mit APEX PROaupair  zu verlängern. Erst wollte ich ein weiteres Jahr in den USA verbringen, doch dann ist die Entscheidung auf Australien gefallen und ich habe mein australisches Visum noch während ich in Kalifornien war online beantragt. Meinen Reisemonat für die USA habe natürlich trotzdem in Anspruch genommen, jedoch nicht komplett, weil ich zwischen Amerika und Australien auf jeden Fall noch für 4 Wochen zurück in meine Heimat wollte, um Freunde und Verwandte wiederzusehen.

New York

New York

Deswegen bin ich vor dem Heimflug für 6 Tage auf eine organisierte Busreise an der Eastcoast gegangen, um mir New York, die Niagarafälle, Washington D.C., Philadelphia und Boston anzugucken.

Diese 6 Tage waren ein kleines Abenteuer für sich, denn als ich in New York am Flughafen angekommen war und mich nach fast einer Stunde warten endlich auch mal jemand abgeholt hat von der Reiseorganisation dachte ich nur: „ Wo bin ich hier nur gelandet?“

Niagara Fälle

Niagara Fälle

Aber so komisch alles auch begonnen hat, die East Coast Tour war wirklich schön und hat sich sehr gelohnt. Sicher hatte ich auch überlegt eine Tour an der Ostküste Amerikas einfach selbst zu organisieren und daraus einen Roadtrip zu machen, aber das schien mir zu aufwendig und stressig, weswegen die Bustour ein willkommener Kompromiss war So habe ich unter anderem noch das Empire State Building und die Freiheitsstatue besichtigt, war am bekannten Union Square, in China Town, bin auf dem Hudson River hoch und runter geschippert, auf einem Boot mitten in die Niagarafälle gefahren und habe in Washington D.C. Fotos mit dem Abraham Lincoln Memorial und dem „Weißen Haus“ gemacht.

Mitte Juli 2012 saß ich dann im Flieger von New York nach Frankfurt. Meine 4 Wochen in Deutschland vergingen rasend schnell und haben sich eigentlich nur anfühlt, als wäre ich auf der Durchreise – war ja zugegeben auch irgendwie so. Nichts desto trotz habe ich diese Wochen sehr genossen, konnte Energie tanken für die weite Reise nach Australien und vor allem meinen Kofferinhalt und all die Mitbringsel aus meinem Jahr in Amerika abladen, denn da hatte sich so einiges angesammelt.

Australien

Am 11. August 2012 ging es dann auch schon weiter nach Moree, NSW, Australien zu meiner neuen Gastfamilie für das nächste halbe Jahr. Dort habe ich mich um drei Kinder im Alter von 1, 3 und 5 Jahren (zwei Jungen, ein Mädchen) gekümmert, wovon der dreijährige die Diagnose „frühkindlicher Autismus“ hatte.

Bis zu meiner Zeit in Australien hatte ich noch nie die Gelegenheit, mit Kindern am Autismus Spektrum zu arbeiten und war demnach noch ein völliger Anfänger auf diesem Gebiet. Meine Gastfamilie hat es mir aber ermöglicht, an einer verhaltenstherapeutischen Weiterbildung, genannt „ABA Applied Behavioral Analysis“, teilzunehmen und diese auch finanziert. Diese Weiterbildung habe ich mit einem Zertifikat erfolgreich abgeschlossen und kann mich nun offiziell als „zertifizierte ABA Therapeutin“ bezeichnen, was wiederrum erneut Vorteilhaft für Bewerbungsprozesse ist. Ich habe von da an eng mit dem „Lizard Centre“ in Sydney (Fachtherapiezentrum für Kinder am Autismus Spektrum) zusammengearbeitet und jede Woche mehr als 20 Stunden eins zu eins Therapie mit dem Jungen zuhause durchgeführt. Es war einfach überwältigend, welche Fortschritte der Junge bereits nach kurzer Zeit gezeigt hat. Z.B. war er vollkommen nonverbal als ich ankam, lief ständig weg und konnte noch nicht mal für 2 Sekunden auf dem Stuhl am Esstisch sitzen bleiben. Zum Zeitpunkt meiner Abreise konnte er verbal antworten auf die Frage: „ What’s your name?“ oder „What do you want?“, er konnte über die Dauer einer Mahlzeit am Tisch sitzen und ist deutlich weniger weggelaufen als am Anfang.

Zusätzlich habe ich den Jungen regelmäßig zur „Speechtherapy“ und „Early Interventiongruppe“ begleitet und konnte mich dort mit den zuständigen Therapeutinnen austauschen. Nicht nur für meine berufliche Entwicklung sondern auch für meine persönliche Entwicklung waren dies einzigartige Erfahrungsmöglichkeiten. Ich war ein bedeutender Teil der positiven Entwicklung des Jungen und habe die Gastfamilie mit meiner Arbeit und meinen fachlichen Kenntnissen optimal unterstützen können, was einfach ein unglaublich gutes Gefühl ist!

Aber auch in Australien sind natürlich meine Freizeit und der Spaß nicht zu kurz gekommen. Trotz dass ich in einem relativ kleinen Ort mitten im Outback gelebt habe, gelang es mir sehr schnell Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Ich habe Silvester in Sydney bei dem berühmten riesigen Feuerwerk im Hafen an der „Harbour Bridge“ verbracht, habe einen Roadtrip die Ostküste hoch Richtung Byron Bay und Brisbane gemacht, bin dort mit einem Heißluftballon gefahren, habe Kängurus gestreichelt und mit Koalas geschmust.

Mit Freunden habe ich an Flussufern übernachtet, Barbecues und Angelausflüge mit dem Kanu gemacht. Nach meinem halben Jahr bei der Familie bin ich für 1,5 Wochen nach Neuseeland geflogen und habe dort auf einer Privatinsel einen paradiesischen Urlaub gemacht bevor dann am 13. März 2013 mein Flieger zurück nach Deutschland ging.

Alles in allem habe ich unzählige wertvolle Erfahrungen gesammelt, sowohl privat als auch beruflich. Ich habe mich verändert und weiterentwickelt, mir neue Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet und schon vorhandene Fähigkeiten weiter ausgebaut und gefestigt. Ich habe neue Kulturen und Freunde kennengelernt, mir Träume und Wünsche erfüllt und das alles auch noch mit beruflicher Erfahrung verbinden können. Würde mich jemand fragen, ob ich mich erneut für einen Auslandsaufenthalt entscheiden würde, wäre meine Antwort JA, unbedingt! Zusammenfassend kann man wohl sagen, was so ziemlich jeder am Ende seines Auslandaufenthaltes mit APEX PROaupair sagt:

Es war „The Best Time Of My Life!“

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