Berufserfahrung

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Als Ergotherapeutin nach Chicago

Von Gastautor Neele F. − 18. September 2019 remove_red_eye 1.036 Views

Neele (21) aus Emden (Niedersachsen),  hat sich nach der Ausbildung zur Ergotherapeutin auf der Ludwig Freseniusschule in Leer, den Schritt gewagt und ist mit Apex Social in die USA gegangen. Wie sie sich als Ergotherapeutin beruflich weiterentwickeln konnte und was sie besonders an unserem Programm schätzt, erzählt sie euch heute:

Einleitung:  

Fast ein Jahr ist es nun her, dass ich meinen großen Schritt gewagt habe und nach Abschluss meiner Ausbildung nach Chicago gezogen bin. Hier lebe ich in einer 6-köpfigen Familie und betreue vier wunderbare Jungs. Henry ist der Älteste von ihnen. Er ist 10 Jahre alt und hat Zerebralparese. Mein besonderes Verhältnis zu ihm macht das Auslandsjahr definitiv zu einer Erfahrung, die für mein zukünftiges Berufsleben in Deutschland prägend sein wird.

Vorteile mit Apex Social: 

Was für mich als Ergotherapeutin hier eine entscheidende Rolle spielt ist die Zeit. Jeder, der mal im therapeutischen Bereich gearbeitet hat, weiß wie schnell eine Therapieeinheit verfliegt und wie viel Zeit man vermisst, wenn man versucht sich möglichst gut auf einen Klienten einzustellen, eine ausführlichere Übung zu machen oder an einem größeren Projekt zu arbeiten. Für Henry hatte ich endlich genügend Zeit, ihn mit allen seinen Stimmungen und besonders seinen Interessen in allen möglichen Tagesformen kennenzulernen. So kann ich mich individuell auf ihn einstellen und nach der Therapie, bei der es meist darum geht die Spastik zu lösen, "zur Belohnung" noch mit ihm eine Runde schaukeln gehen oder ein Spiel spielen. 

Was ich als Ergotherapeutin dazu gelernt habe:

Ebenfalls von Bedeutung ist für mich dabei der häusliche Alltag. Natürlich fällt es jetzt einfacher Ziele alltagsgerecht zu formulieren und diese auch direkt im Alltag zu verfolgen. Ein wichtiger Bestandteil unserer Ziele für Henry ist das Essen. Durch das „Spoonfeeding“ versuche ich möglichst auf die Ernährungssonde zu verzichten und auf diese Weise Funktionsverlust zu vermeiden und Aktivitäten zu erhalten.

Während ich dabei eine ganz neuen Sichtweise auf die Umsetzbarkeit von Methoden und Strategien zuhause erhalte, fällt es mir außerdem einfacher, mich in die Rolle der Eltern hineinzuversetzen. Viel zu oft hatte ich in Deutschland ein komisches Gefühl dabei mich mit gerade mal 20 Jahren mit den Erziehungsfragen oder Einwenden der Eltern meiner Klienten auseinanderzusetzen. Nun erziehe ich bei meiner Arbeit vier Kinder mit und weiß Sorgen viel besser zu verstehen.

Mit Vorfreude und gutem Gewissen ins zweite Jahr

Wenn mich jemand fragt, ob dabei überhaupt noch eine Trennung zum Privatleben gelingt, kann ich zwar sagen, dass Henry und seine Brüder mit Sicherheit eine größere Rolle in meinem Leben spielen als gewöhnliche Klienten, doch gleichzeitig bietet das Jahr auch unglaublich viele Freiheiten. So bin ich nach 11 Monaten bereits in 14 unterschiedliche Staaten gereist und kann bei meinen Plänen auf vollste Unterstützung meiner Gasteltern zählen.

So konnte ich meine Zeit im Ausland mit gutem Gewissen auf 2 Jahre verlängern. Ich bin schon gespannt, was ich im zweiten Jahr noch alles dazu lerne und erleben werde! Ich habe bisher schon so viel aus meiner Zeit hier mitnehmen können und empfehle jedem den Schritt zu wagen! Ihr werdet es nicht bereuen 😉 

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