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Berufserfahrung

Das Abenteuer meines Lebens in San Francisco, California

Physiotherapeutin Andrea erzählt von ihren ersten 6 Monaten

Von Gastautor Andrea W. − 16. Oktober 2018 remove_red_eye 614 Views

Physiotherapeutin Andrea (23) ist seit Anfang des Jahres mit apex social in den USA unterwegs. Genau genommen in San Francisco, California. Wie sie dazu gekommen ist von ihrer Orthopädie Stelle in Deutschland nach Kalifornien gekommen ist, um einen jungen Mädchen Unterstützung in allen Lebenslagen zu geben? Das und noch viel mehr berichtet sie euch hier:

 

 

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Andrea, ich bin 23 Jahre alt und ich bin seit Mitte Januar mit apex social als Physiotherapeutin in Kalifornien.

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin habe ich zunächst für ein Jahr in einem orthopädischen Krankenhaus gearbeitet. Schon nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass mir meine Arbeitsstelle auf Dauer zu eintönig ist, außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, den Rest meines Lebens dort zu arbeiten. Ich wollte nochmal raus, die Welt entdecken und als Au Pair in die USA zugehen war schon immer mein Traum – allerdings hatte ich mich nach dem Abitur nicht getraut. Jetzt habe ich mit apex social die Chance als Professional ins Ausland zu gehen, was definitiv auch Vorteile hat!

Gesagt, getan – ich bewarb mich bei apex social und schon nach kurzer Zeit bekam ich eine Anfrage von einer Familie in der Nähe von San Francisco. Nach einigen Skype- Gesprächen konnten die Familie und ich uns vorstellen zu „matchen“. Da es bis zu diesem Zeitpunkt meine einzige Anfrage von einer Familie war, war ich zunächst unsicher ob ich schon “matchen” sollte oder noch auf weitere Anfragen warten sollte. Mein Apex- Coach bestärkte mich darin zu „matchen“, wenn ich mir es gut vorstellen kann und mein Bauchgefühl stimmt. Man kann letztendlich nie wissen, ob es dann wirklich klappt oder nicht. Im Januar hieß es dann für mich Abschied von Freunden und Familie nehmen und in den Flieger auf die andere Seite der Welt steigen.

Glücklicherweise war mein Bauchgefühl richtig und ich verstehe mich mit meiner Gastfamilie sehr gut. Meine Familie hat 4 Kinder im Alter von 21, 19, 17 und 14. Die beiden ältesten Kinder sind schon auf dem College und nur in den Ferien zuhause. Ich kümmere mich hier ausschließlich, um die jüngste Tochter mit Entwicklungsverzögerung, Hypotonie und Sprachdefiziten.

Abenteuer deines Lebens oder doch harte Arbeit?

Definitiv beides. Von meinen Freunden Zuhause bekomme ich häufig zu hören "Du bist ja nur am Reisen und hast das Abenteuer deines Lebens".  Ja, fast!!

Ich arbeite in zwei Schichten -morgens vor der Schule und nach der Schule bis sie wieder ins Bett geht, sowie Samstag vormittags. 45 Stunden an 5,5 Tagen die Woche. Das ist mehr als ich in Deutschland gearbeitet habe und noch dazu hat man hier weniger Urlaub (Wenn man mal von dem Reisemonat am Ende des Jahres absieht...).

Allerdings nutze ich meine Freizeit hier viel intensiver und bin jedes meiner freien Wochenenden unterwegs z.B. War ich schon in Los Angeles, Portland, Yosemite, New York und in den National Parks in Utah.

Neben meiner Arbeit habe ich auch einen tollen Freundeskreis aus anderen Teilnehmern  und mittlerweile auch einigen „Locals“ gefunden. Ich gehe regelmäßig ins Fitness, „hangout with my friends“ meistens im Park oder in irgendeinem Pool/ Hot Tub, gehe wandern oder erkunde die Gegend z.B. San Francisco.

Was das viel Wichtigere aber ist ich LIEBE meine Arbeit. Mit meinem Mädchen verstehe ich mich meist super. Hin und wieder haben wir ein paar kleine Meinungsverschiedenheiten über die Essenszeiten oder den nächsten Tagesordnungspunkt. Manchmal ist die Arbeit auch anstrengend, z.B. wenn ihre Laune mal ausnahmsweise nicht so gut ist oder der Tagesplan nicht wie gewohnt läuft und ich jede Minute auf „And then?“ antworten darf. Aber ihre Freude an den kleinen Dingen des Lebens und ihr Lachen machen es wieder wett. Ich bin noch nie einem Menschen begegnet, der das Leben so nimmt wie es kommt und jeden Moment voll auskostet. Sie ist der fröhlichste und hilfsbereiteste Mensch überhaupt.

Hier kann ich direkt auf die Bedürfnisse meines Gastkindes eingehen. Unser großes Ziel ist so viel Selbstständigkeit wie möglich zu erreichen. Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich mich z.B. über selbstständig ab getrocknete Hände, eine Flasche zu schrauben oder Socken anziehen gefreut habe.

Würde ich es wieder tun?

Ja, ich würde es jederzeit wieder machen und den Schritt ins Unbekannte wagen.

Ich kann wirklich jedem nur raten, sich zu trauen und diese Erfahrung mitnehmen. Ja, es ist Arbeit und es ist mehr als in Deutschland, aber ich habe mich in diesem letzten halben Jahr persönlich so viel weiterentwickelt. Man lernt mit all den großen und kleinen Herausforderungen im Leben umzugehen egal ob Heimweh, ein schlecht gelauntes Gastkind oder die Umstellung auf ein anderes Land. Und mit etwas Glück bekommt man neben der Familie in Deutschland noch eine Zweite in den USA dazu.

Ich bin sehr froh, dass ich im Januar in die USA geflogen bin und ich freue mich auf weitere 6 Monate hier oder vielleicht auch mehr…

Liebe Grüße aus San Francisco

Andrea

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