keyboard_arrow_down
Berufserfahrung

Mein Auslandsjahr in Philadelphia

Ergotherapeutin Anika erzählt von ihrem Jahr im Ausland

Von Gastautor Anika Mewes − 14. Januar 2018 remove_red_eye 1.868 Views

Anika hat den großen Schritt gewagt und ist für ein Jahr ins schöne Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania gegangen. Was sie dort alles so erlebt hat, erzählt sie euch jetzt hier persönlich:

Hallo, ich bin Anika, 24 Jahre, Ergotherapeutin aus Lüdenscheid in Nordrhein Westfalen. Vor vier Wochen habe ich meinen Aufenthalt in Amerika mit apex social beendet. Ich erinnere mich noch genau an die aufregenden Wochen bevor der one way Flieger nach Philadelphia ging. Mein Koffer war schon lange vor Abreise gepackt mit all den Klamotten, die ich dann noch maximal einmal getragen habe bevor der Shopping-Wahn in den Malls und Outlets los ging. Am Flughafen in Philly wurde ich damals von meiner Gastfamilie mit meinen zwei Gastkindern (4 und 7 Jahre )empfangen.

Mein typischer Arbeitsalltag:

Der Anfang war holprig, der Kontakt zu dem sieben jährigen mit Diagnose ADHS und Autismus hat sich zuerst etwas schwieriger gestaltet, die Beziehung zu der Jüngeren war allerdings schnell sehr herzlich. Da ich das erste Au Pair für sie war, fiel es dem Jungen schwer sich an die neue Person im Haus zu gewöhnen. Es dauerte einige Monate, aber dann waren wir unzertrennlich.

Mein ganz normaler Alltag fing um 7 Uhr an, ich weckte die Kinder, half ihnen beim fertig machen und machte ihnen das Frühstück und Snacks für die Schule. Anschließend fuhr ich die Kinder zur Schule und hatte danach um 9 Uhr frei. Ich bin dann zum Sport gegangen, habe mich mit Freunden getroffen, war Lebensmittel einkaufen oder habe die Wäsche der Kinder gemacht.

Um 2.30 Uhr ging es weiter mit dem Abholen der Kids von der Schule und dem Nachmittagsprogramm. Dazu gehört zum Beispiel: Tae Kwon Do Stunden, Besuche auf Spielplätzen, Katzen streicheln bei Petsmart o.ä.. Mein Tag war dann gegen 6 Uhr abends zu Ende, ab und zu brachte ich die Kinder noch mit einer Gute Nacht Geschichte ins Bett.

An Wochenenden, wenn meine Gasteltern mal Termine hatten, bin ich mit den Kindern in den Zoo oder in Museen gegangen, ich hatte aber auch oft frei. Es war ein großartiges Gefühl die Kinder durch ihren Alltag zu begleiten, ihre Fähigkeiten zu steigern und ihre Entwicklung zu sehen. Sie wurden immer selbstständiger, die Kleine zum Beispiel lernte sich ohne Unterstützung Anzuziehen oder mein Älterer hat sich nach einiger Zeit sein Frühstück selber zubereitet. Schnell war ich ein Teil der Familie. Es ist ein tolles Gefühl eine Rolle in der Familie zu spielen, zu der die Kinder auf sehen. Die Liebe der Kinder hat mir Kraft gegeben auch an Tagen, an denen ich Heimweh hatte stark zu bleiben.

Was ich dann so in meiner Freizeit gemacht habe... Reisen & Co!

Ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen, die ich sehr schätze. Ich werde versuchen meine Freunde in Italien, Finnland und Süd Afrika zu besuchen und auch deren Kultur kennen lernen. Außerdem bin ich sehr dankbar, nun eine zweite Familie in den Staaten zu haben.
Einer meiner Punkte worüber ich von meinem Auslandsjahr am liebsten berichte, ist das Reisen. Ich konnte so viele verschiedene Orte sehen. Von Bergen, Großstädten mit riesigen Skylines, Strand und Meer- Amerika ist einfach faszinierend. Ich habe in Philadelphia gelebt, somit nur einen Katzensprung von New York City und Washington DC entfernt. Ich liebte meine Wochenendtrips und bin so glücklich so viel gesehen zu haben- California, Atlantic City, Florida oder auch Mexico. Ich kann behaupten, ich habe meine Wochenenden und Urlaubstage gut genutzt.

Sehr schön war auch unser Familienausflug nach Chicago über Thanksgiving. Wir  besuchten die Schwester und ihre Familie meines Gastvaters. Der Tag bestand tatsächlich nur aus Kochen und Essen, nebenbei lief die berühmte Thanksgiving Parade aus NYC im Fernseher. Wir hatten alle sehr viel Spaß.

Eins meiner schönsten Erlebnisse war im Februar eine 3 stündige Jetski Tour rund um Key West, Florida. Ich traf meine Schwestern zum Urlaub machen in Miami. Wir buchten eine Key West Tour und dazu diese lange Jetski Fahrt. Morgens um 5 Uhr fuhren wir dann mit dem Reisebus von Miami nach Key West. Vor Ort wartete unser Tour Guide bereits auf uns, wir bekamen eine kurze Einweisung und konnten dann direkt los auf die Jetskis. Wir hatten traumhaftes Wetter, fuhren auf eine nichtbewohnte Insel, auf Sandbänke mitten im Ozean, sahen riesige Seesterne und Meeresschildkröten. Es war ein Erlebnis mit Aussichten welche ich nie vergessen werde.

All die Erfahrungen und Eindrücke, die ich gesammelt habe, haben mich sehr geprägt. Ich denke, ich bin mental ein Stück gewachsen. Ich bin offener und verständnisvoller geworden, für andere Menschen und Kulturen. Mal ganz abgesehen von der englischen Sprache, welche ich nun stolz fließend spreche 😀  Ich weiß meine Reise nach Amerika sehr zu schätzen, ich würde es jeder Zeit wieder machen und möchte es jedem wärmstens empfehlen. Es ist eine Erfahrung fürs Leben!

Nun bin ich ja mittlerweile wieder zurück in der Heimat! Meine ersten 4 Wochen zurück in Deutschland waren turbulent. Es war und ist immer noch ein großes Gefühlschaos und eine größere Umstellung als gedacht. Ich vermisse meine Freunde und meine Gastfamilie sehr und plane schon aufgeregt meine nächste Reise in die USA.

Also empfehle ich euch: wagt den Schritt und verbringt ein Jahr oder länger im Ausland! 😉

Key West Water Adventures

 


Anikas Blog hat dir Lust auf Florida und andere Reiseziele geweckt? Dann schau doch mal hier bei unseren Infos zu  Wochenendtrips vorbei!

 

Ähnliche Artikel aus der KategorieBerufserfahrung