Berufserfahrung

Als Kinderkrankenschwester in den USA – Mein Sprungbrett zum Mercy Ship Project in Afrika

Gesundheits- und Kinderkrankenschwester, Alexandra Kahlenbach, und ihre Erlebnisse

Von Gastautor Alexandra Kahlenbach − 24. Juni 2017 remove_red_eye 3.137 Views

Die Gesundheits- und Kinderkrankenschwester, Alexandra Kahlenbach (26), vom Florence Nightingale Krankenhaus in Düsseldorf betreute zwei Jahre lang die Babys ihrer Gastfamilie in der Nähe von New York. Als Kinderkrankenschwester war es der perfekte Job für sie.

November 2014: Alexandra Kahlenbach kurz Alex (26), Gesundheits- und Kinderkrankenschwester vom Florence Nightingale Krankenhaus in Düsseldorf, hat zwei Jahre in der Nähe von New York die Babys ihrer Gastfamilie von Geburt an betreut und in ihrer Freizeit im Krankenhaus hospitiert. Auf Reisen mit neuen Freunden quer durch die USA und mit der Gastfamilie konnte sie viele unvergessliche Eindrücke sammeln.

Das perfekte Matching – eine Freundschaft für’s Leben

Als Kandidatin würde ich mir gar nicht so viel Sorgen machen vor den Skype Gesprächen. Ich glaube man sollte sich ganz natürlich zeigen. Wonach suchen die Familien? Sie suchen natürlich nach jemanden, der Kinder liebt und bei dem sie das Gefühl haben, sie können dieser Person ihre Kinder anvertrauen. Mehr muss man eigentlich gar nicht herüberbringen. Einfach ganz natürlich sein.

Ulrike, Romys' und Tills Mutter

Alexandra hatte das Stellenangebot der Familie bei apex PROaupair gefunden und hatte sofort Interesse signalisiert. apex hat unverzüglich ein skype-Gespräch organisiert und es hat bei beiden Seiten sofort „klick“ gemacht. Man hat sich auf Anhieb super verstanden.

It’s so much more fun to learn together how to raise a child. I can not even imagine to live without her anymore. By now we are really, really good friends. It’s a friendship for life time I think.

Ulrike

Urlaub und Arbeit verbinden

Alligator in Florida

Alligator in Florida

Als Professional Au Pair wohnt man in einem privaten Zimmer im Haus der Gastfamilie und wird deshalb auch als ebenbürtiges Familienmitglied in den Familienalltag integriert. Das heißt auch, dass sie zusätzlich zu den eigenen Reisen an verlängerten Wochenende oder im Reisemonat auch mit der Familie in den Urlaub fahren. Für Alex ging es bereits zwei Wochen nachdem sie in Connecticut angekommen war mit der Familie in den Urlaub nach Naples in Florida. Dort sie zusammen mit Till (2 Jahre) und Romy (1 Jahr) den weißen Sandstrand genossen und sogar einen Ausflug in den Everglades Nationalpark unternommen, wo sie Alligatoren besichtigt haben.

Alex und ihre Au-pair-Kinder

Alex und ihre Au-pair-Kinder

Zuhause liegt die Freizeitgestaltung komplett in Alexs Händen. Ob sie den Zoo besucht, zu einer Lesung in die Bücherei geht oder sich mit anderen Au Pairs auf einem „Play-date“ trifft, das kann Alex selbst entscheiden. Wichtig ist Ulrike, der Mutter, dass Alex dabei die Routinen der Kinder beachtet und diese mit in die Planung integriert.

Praktikum auf einer Frühgeborenenstation

Wie arbeitet eine Kinderkrankenschwester in Amerika? Wie sieht eine Frühgeborenenstation dort aus? Gibt es Unterschiede im Vergleich zu Deutschland?
All diese Fragen hatte sich Alex durch einen Freiwilligendienst in einem Krankenhaus beantworten können. Sie durfte den Ärzten und Krankenschwestern über die Schulter schauen und konnte zum Schluss sogar Bilder und Namen von neuem Equipment mit dem in den USA gearbeitet wird zu ihrem ehemaligen Arbeitgeber schicken.

Ich sehe wie ich mich persönlich weiterentwickelt habe und dass ich jetzt viel mehr weiß, was ich wirklich möchte. Ich glaube, dass das Arbeitgeber sehr zu schätzen wissen.

Alexandra Kahlenbach

Ausflug nach Kanada – Spaß und Lernen verbinden

Alex, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester

Alex, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester

Ein Weiterbildungszuschuss von $500 pro Jahr ist ein festetr Bestandteil des apex Programmes in den USA, denn alle Programmteilnehmer müssen Kurse an einem College belegen für ca. 72 Stunden oder entsprechend 6 Credits. Dafür können sie aus einem breiten fachlichen, sprachlichen und kulturellen Kursangebot auswählen. Alex hatte sich für einen Französisch-Kurs und einen Kurs in Cross-Cultural-Communication an einem College entschieden. Im zweiten Jahr hatte sie an einem Montreal-Kurs teilgenommen, der sogar mit einem Ausflug nach Montreal in Kanada endete. Vor allem auch bei diesen Kursen hatte Alex viele andere Au Pairs kennengelernt und konnte Erfahrungen austauschen.

Alltägliche Dinge, die einem normal erscheinen in Deutschland, einfach nochmal in einem anderen Land gemacht zu haben, das stärkt das Selbstvertrauen. Wie zum Beispiel in einem anderen Land in eine Bank zu gehen und ein Konto zu eröffnen.

Ich bin durch die USA viel offener geworden. Mir fällt es jetzt leichter auf andere Personen zuzugehen. Die Menschen sind hier einfach anders. Man kann hier andere Leute auf der Straße einfach anreden. Das ist ganz normal, auch dass andere Leute einfach auf dich zugehen und ein Gespräch beginnen. Ich habe diese Hemmung verloren.

Alexandra Kahlenbach

An den Wochenenden

Alex mit ihren Freunden aus anderen Kulturen

Alex mit ihren Freunden aus anderen Kulturen

Die Sprache lernt man nebenbei

Man braucht überhaupt keine Angst zu haben. Man gewöhnt sich so schnell an die neue Sprache. Man ist einfach gezwungen und wird ins kalte Wasser geschmissen, aber das ist eine gute Sache.

Alexandra Kahlenbach

Auf der Straße, in der Familie, auf Playdates und im Fernsehen. Man ist ständig mit Englisch in Kontakt und lernt die Sprache wie von selbst. Wie viele PROaupairs war auch Alex anfangs etwas verängstigt vor der Kommunikation in der anderen Sprache, die sie vor ihrem Auslandsaufenthalt nur auf „Small-Talk-Niveau“ beherrschte. Nach zwei Jahren in den USA kann sie alles verstehen und jeden Gedanken in Englisch ausdrücken.

Ich bin beeindruckt sowohl von ihrem schriftlichen Englisch als auch von ihrem Gesprochenen. […] sie ist perfekt geworden in der Zeit hier.

Ulrike

Perspektiven

Mercy Ships

Mercy Ships

Mercy Ships ist eine nichtstaatliche Organisation (NGO), die Krankenhausschiffe auf der ganzen Welt besitzt um gratis lebensrettende Operationen jenen Menschen anzubieten, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Alex spart im Moment für ihren Freiwilligendienst auf dem Afrika Mercy Schiff, wo sie sich als Kinderkrankenschwester um die postoperative Pflege der Kinder an Bord kümmern würde.

Ohne meine Zeit hier als PROaupair hätte ich diesen Schritt niemals gehen können, außerdem hatte ich von Mercy Ships erst hier in den USA erfahren…

Alexandra Kahlenbach

Update 25.6.2017 von Alex‘ Blog:

Mein Name ist Alexandra, aber gerne darfst Du mich Alex nennen.

Ich bin ausgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, kurz Kinderkrankenschwester.
Im August 2009 habe ich meine Ausbildung in Viersen beendet und im Anschluss in Düsseldorf in der Neonatologie und IMC für Kinderchirurgie gearbeitet. So sehr ich meine Arbeit auch liebe (insbesondere die mit Frühgeborenen), nach 3 Jahren wusste ich, dass es an der Zeit ist meinem Lebenswunsch nachzugehen: der Arbeit in Afrika.

Bereits in meiner Kindheit spürte ich eine besondere Verbundenheit mit Afrika. Ich stand schon früh in Kontakt mit Missionaren und Entwicklungshelfern, von denen ich viel über den Kontinent erfahren durfte: über die Kulturen, die Sprachen, die Natur, die Menschen, aber natürlich auch über den großen Bedarf, der dort in vielen Ländern herrscht; der Bedarf an Unterstützung im Kampf gegen Armut, Krieg und Krankheit.

Jahre vergingen. Ich wurde vertraut mit den verschiedensten Projekten. Doch erst in meiner Zeit als Professional Baby Nurse mit apex in Amerika (2012-2014, mein erster offizieller Schritt gen Afrika, weil meine Englischkenntnisse bei Weitem noch nicht ausgereicht hätten), lernte ich Mercy Ships kennen. Es brauchte nicht viel, um ein Feuer in mir zu entfachen. Je mehr ich von der Arbeit von Mercy Ships erfuhr, desto begeisterter wurde ich. Je mehr ich mich mit den Ideen, Vorstellungen und Zielen auseinander setzte, desto mehr konnte ich mich mit dem Projekt identifizieren. Und der Wunsch Teil des Ganzen zu werden wuchs.

Um optimal auf das Ehrenamt mit Mercy Ships vorbereitet zu sein, arbeitete ich nach meinem USA-Aufenthalt für fast 1 Jahr auf der kinderchirurgischen Station des Universitätsklinikums Heidelberg.

Seit Mitte August 2015 bin ich nun in Tamatave, Madagaskar, und Teil des Mercy Ships Teams.

Das RTL Team hat mich auf dem Schiff besucht:

Ich bin so unglaublich dankbar für all das, was ich habe. Ich fühle mich von Gott reichlich beschenkt. Alles was ich möchte, ist zurück zu geben. Mein Wunsch ist es Hoffnung und Heilung zu den Menschen zu bringen, die es nicht so gut und einfach haben wie ich. Menschen, die leiden, einfach nur weil sie in einem anderen Teil unserer Welt geboren wurden…

Klicke hier, wenn Du erfahren möchtest, was ich in Afrika erlebt habe und wie Du mir bei dem Projekt helfen kannst.

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