Wie wird man eine bilinguale Erzieherin?
Sarah Osburg berichtet über ihren Werdegang:
Als Erzieherin in die USA – Interview mit Sarah Osburg
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Ein Erfahrungsbericht über das Leben und Arbeiten als Apex Care Professional
Viele junge pädagogische Fachkräfte träumen davon, als Erzieherin im Ausland zu arbeiten, eine neue Kultur kennenzulernen und gleichzeitig ihr Fachwissen weiter einzusetzen. Eine Möglichkeit dafür bietet das Apex Care Professional Programm. Eine derjenigen, die diesen Schritt gewagt hat, ist Sarah Osburg, staatlich anerkannte Erzieherin aus Niedersachsen. Direkt nach ihrer Ausbildung entschied sie sich, als Erzieherin in die USA zu gehen und dort vier Jahre in Südkalifornien zu arbeiten.
Im Interview berichtet sie, was ein Apex Care Professional ausmacht, wie ihr Alltag aussah und warum diese Zeit ihr Leben nachhaltig geprägt hat.
Interview mit Sarah Osburg – Erzieherin und ehemalige Apex Care Professional
„Ich wollte reisen, aber auch das anwenden, was ich in der Ausbildung gelernt habe.“
Frage: Sarah, wie kam es dazu, dass du als Erzieherin in die USA gegangen bist?
Sarah:
„Nach meiner Ausbildung 2012 war ich noch sehr jung, und der Gedanke, sofort in einer Einrichtung zu starten, hat mich nicht vollständig überzeugt. Ich wollte die Welt sehen, reisen und trotzdem weiter als Erzieherin tätig sein. Bei meiner Suche bin ich auf Apex gestoßen. Das Konzept hat perfekt zu mir gepasst: pädagogisch arbeiten, eine neue Kultur erleben, eigenständig sein und gleichzeitig meine beruflichen Fähigkeiten als Erzieherin weiterentwickeln.“
„Ich war die bilinguale Erzieherin der Familie – Deutsch war mein klarer Schwerpunkt.“
Frage: Was waren deine Aufgaben als Apex Care Professional?
Sarah:
„Ich habe in einer deutsch-amerikanischen Familie gearbeitet, deren Kinder drei und fünf Jahre alt waren. Mein Hauptauftrag war, den Kindern die deutsche Sprache näherzubringen. Ich war die einzige Person im Alltag, die konsequent Deutsch mit ihnen gesprochen hat.
Die Kinder waren in englischsprachigen Einrichtungen, daher war ich als bilinguale Erzieherin besonders gefragt. Morgens habe ich sie geweckt, beim Anziehen unterstützt, mit ihnen gefrühstückt und sie für den Tag vorbereitet. Nach der Schule begann mein pädagogischer Tagesabschnitt mit geplanten Angeboten, deutschsprachigen Aktivitäten und der Unterstützung bei ihren englischen Hausaufgaben.“
„In den USA ist das Bildungssystem deutlich akademischer – selbst Dreijährige bekommen Hausaufgaben.“
Frage: Welche Unterschiede im amerikanischen Bildungssystem sind dir aufgefallen?
Sarah:
„In den Einrichtungen in den USA wird sehr früh mit Buchstaben, Zahlen und ersten Sprachbausteinen gearbeitet. Selbst in der Preschool gibt es Hausaufgaben. Für mich war es spannend zu sehen, wie Kinder Sprache, Grammatik und Schrift lernen. Ich habe eng mit Erziehern und Lehrern zusammengearbeitet, um einen tiefen Einblick zu bekommen.“
Was ist ein Apex Care Professional – und wie unterscheidet es sich vom traditionellen Au Pair?
Ein Apex Care Professional ist eine pädagogisch qualifizierte Fachkraft – beispielsweise eine staatlich anerkannte Erzieherin, Sozialassistentin oder Kindheitspädagogin –, die in den USA direkt in einer Familie arbeitet. Die Rolle ähnelt strukturell einer Live-in-Betreuungsperson, unterscheidet sich jedoch deutlich vom klassischen Au Pair.
Der entscheidende Unterschied zum traditionellen Au Pair:
Ein traditionelles Au Pair ist in der Regel zwischen 18 und 26 Jahren alt und verfügt meist über keine formale pädagogische Ausbildung. Die Aufgaben sind allgemeiner Natur und umfassen oft Kinderbetreuung plus leichte Hausarbeiten.
Ein Apex Care Professional hingegen:
- ist pädagogisch qualifiziert und bringt Fachwissen aus Ausbildung oder Studium mit,
- arbeitet mit einer kleineren Anzahl von Kindern sehr intensiv und zielgerichtet,
- übernimmt keine hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Putzen oder Kochen,
- wird gezielt eingesetzt, um die kindliche Entwicklung zu fördern,
- arbeitet sehr selbstständig und in enger Abstimmung mit den Eltern,
- ist oft als bilinguale Erzieherin gefragt, insbesondere in internationalen Familien.
Damit verbindet das Programm pädagogische Professionalität mit dem kulturellen Austausch und der Möglichkeit, als Erzieherin in den USA tätig zu sein.
„Ich hatte viel Freiraum und konnte selbstständig pädagogisch arbeiten.“
Frage: Wie war dein Alltag strukturiert?
Sarah:
„Ich hatte morgens meinen Arbeitsblock und nachmittags eine intensive Zeit mit den Kindern. Zwischen 8 und 15 Uhr war ich oft frei und konnte meinen Hobbys nachgehen oder in örtlichen Einrichtungen hospitieren. Als Apex Care Professional arbeitet man sehr individuell und flexibel. Man kann auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, eigene Ideen umsetzen und hat gleichzeitig die Unterstützung der Eltern.“
„Kalifornien war ein Traum – Strand, Natur und ein völlig neues Lebensgefühl.“
Frage: Was hat dich privat besonders geprägt?
Sarah:
„Wir haben am Strand gelebt. Nach dem Abendessen sind wir häufig ans Meer gegangen, haben Muscheln gesammelt oder Delfine beobachtet. Ich habe viel über das amerikanische Familienleben gelernt und gleichzeitig meine eigenen Traditionen – wie Nikolaus oder die Zuckertüte – eingebracht. Dieser kulturelle Austausch war für beide Seiten bereichernd.“
„Ich wollte jeden Monat einen neuen Ort sehen – und es hat funktioniert.“
Frage: Welche Orte konntest du bereisen?
Sarah:
„Ich habe mir vorgenommen, jeden Monat einen größeren Trip zu machen. Das ist mir gelungen: Nashville, Chicago, San Francisco, Las Vegas, die Bahamas. Und meine Gastfamilie hat mich auf viele Reisen mitgenommen – nach Hawaii, Mexiko und in die Berge Kaliforniens. Diese Kombination aus Arbeit und Reisen war einzigartig.“
Sarahs Fazit
„Als Erzieherin in die USA zu gehen und als Apex Care Professional zu arbeiten, war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe mein Fachwissen erweitert, eine neue Kultur erlebt, Freundschaften geschlossen, bin gereist und als Mensch gewachsen.“
Mehr gibt es im Teil 2 von Sarah’a Story: erzieherin-usa-weiterbildung-apex-care-professional